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Kapitel 02

Forschungsdimension: Internal Assets

Welche Kompetenzen braucht euer Team für KI?

Seite 5 von 123 Min. LesezeitVeröffentlicht am Herausgegeben von Teklens

Ein Team braucht drei Dinge: Menschen, die KI-Produkte bauen und betreiben können, eine Zusammenarbeit zwischen Product, IT, Data Science und Fachbereichen, und die Bereitschaft, den Status quo zu verändern. Die DACH-Analyse zeigt, dass die Bereitschaft da ist: Offenheit erreicht 3,94 von 5, der höchste Wert aller 19 Fragen. KI-Talent (3,11) und Zusammenarbeit (3,08) liegen deutlich darunter.

Inhalt · Kurzantwort

Drei Befunde

  1. 01

    Offenheit ist der stärkste Wert der Studie

    Q6 erreicht 3,94 mit Median 4 und der kleinsten Streuung aller Fragen (SD 0,73). Es ist die einzige Frage, bei der niemand Stufe 1 wählte.[Probst 2026, Anhang B]

  2. 02

    Talent und Zusammenarbeit hinken hinterher

    Q4 KI-Talent liegt bei 3,11, Q5 Zusammenarbeit bei 3,08, beide mit Median 3. Stufe 3 heisst «erste Spezialistenrollen» und «Schnittstellenmodell mit formalem Informationsfluss».[Probst 2026, Anhang A]

  3. 03

    Die stärkste Dimension, auch in der frühen Phase

    Internal Assets ist mit 3,38 die höchste Dimension. Die frühe Phase erreicht hier 2,73, ihren besten Wert; das fortgeschrittene Profil 4,53.[Probst 2026, Tabelle 5]

Evidenz

Abbildung 4Menschen: Talent, Zusammenarbeit, Offenheit
  • Q4 AI Talent3,11
  • Q5 Collaborative Culture3,08
  • Q6 Innovativeness3,94

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Lesart: Offenheit (Q6, 3,94) ist der höchste Wert aller 19 Fragen. KI-Talent (Q4, 3,11) und Zusammenarbeit (Q5, 3,08) liegen deutlich darunter.

Einheit
Mittelwert auf der Reifeskala 1 (am wenigsten entwickelt) bis 5 (am weitesten entwickelt)
Population
DACH-Analyse: 64 bereinigte Selbsteinschätzungen aus Deutschland und der Schweiz, mehrheitlich Senior-Entscheidende
Basis
n = 64 Organisationen
Quelle
Probst 2026, Anhang B · Anhang B – Mittelwert, Standardabweichung, Median, Minimum, Maximum und Item-Rest-Korrelation aller 19 Fragen
Daten als Tabelle
Abbildung 4: Menschen: Talent, Zusammenarbeit, Offenheit
FrageDimensionMSDMedianMinMaxr (Item-Rest)
Q4 AI TalentMenschen & Kompetenzen3,111,103,00150,59
Q5 Collaborative CultureMenschen & Kompetenzen3,081,153,00150,62
Q6 InnovativenessMenschen & Kompetenzen3,940,734,00250,32

Einordnung

Wille ist nicht Fähigkeit

Die Dimension Internal Assets fasst AI Talent, Collaborative Culture und Innovativeness zusammen. Der hohe Mittelwert von 3,38 entsteht vor allem durch die Offenheit. Ohne Q6 lägen die beiden anderen Faktoren auf dem Niveau der Führungs- und Datenfragen.[Probst 2026, Tabelle 4]

Die Forschungsarbeit weist auf eine Besonderheit hin: Q6 hat mit 0,32 die zweittiefste Item-Rest-Korrelation aller Fragen. Die Offenheit hängt nur schwach mit Talent und Zusammenarbeit zusammen. Organisationen können also offen sein, ohne die Fähigkeiten zu haben, und umgekehrt. Das erklärt auch die vergleichsweise niedrige Reliabilität der Dimension (α = 0,677, ω = 0,702).[Probst 2026, Anhang B]

Die europäische Umfrage bestätigt die Offenheit mit 4,01 von 5 (n = 165).[AI Monitor 2026, Europa]

Wie die Stufen aussehen

Bei Q4 beschreibt Stufe 4 «interdisziplinäre Produktteams (PM, UX, KI), die komplexe KI-Produkte weitgehend intern bauen». Bei Q5 heisst Stufe 4 «integrierte Produktteams: Product Management führt cross-funktionale Teams, strukturierter Austausch von der Idee bis zum Go-live». Beide Stufen erreicht im Median nur die Hälfte der Organisationen nicht.[Probst 2026, Anhang A]

Teklens-Einordnung

Für euer Produktteam

Die Studie beschreibt Organisationen über Branchen hinweg. Die Übertragung auf Software-Produktteams ist unsere Interpretation, kein empirischer Befund für Produktteams.

Unsere Empfehlung, wenn die Offenheit da ist und die Fähigkeiten fehlen.

  • Kompetenz an einer echten Aufgabe aufbauen

    Statt eines allgemeinen Schulungsprogramms: eine konkrete Activity, von der Aufgabe bis zur Freigabe, mit den Menschen, die sie später verantworten.

  • Gemeinsames Gedächtnis statt Übergaben

    Ein Schnittstellenmodell (Stufe 3 bei Q5) übergibt Anforderungen sequenziell. Ein gemeinsamer Kontext, in dem Entscheide, Tickets und Code verbunden bleiben, macht viele Übergaben überflüssig. Genau dafür bauen wir das Product Brain, ein gemeinsames Gedächtnis für Menschen und Agents.

  • Offenheit nicht überschätzen

    Ein offenes Team ist eine gute Ausgangslage, aber kein Beleg für Readiness. Prüft Talent und Zusammenarbeit an Ergebnissen, nicht an der Stimmung.

Einordnung & Grenzen

  • Die Offenheit wird von Führungskräften über ihre Mitarbeitenden eingeschätzt, nicht von den Mitarbeitenden selbst.
  • Q6 misst Einstellung, nicht Verhalten. Ein hoher Wert sagt nichts darüber, ob KI im Alltag tatsächlich genutzt wird.
  • Die Dimension hat die zweittiefste Reliabilität; ihre drei Faktoren messen nicht dasselbe.

Fragen & Antworten

Reicht Offenheit, um mit KI anzufangen?

Zum Anfangen ja, zum Durchhalten nein. Die Daten zeigen offene Organisationen mit wenig Talent und formaler Zusammenarbeit. Ohne Fähigkeiten bleibt es bei Piloten.

Müssen wir Data Scientists einstellen?

Die Skala bei Q4 führt von externer Abhängigkeit über einzelne Spezialistenrollen zu interdisziplinären Produktteams. Entscheidend ist, dass Wissen im Team bleibt, nicht welche Jobtitel es trägt.

Was misst «Collaborative Culture» genau?

Wie die Zusammenarbeit zwischen Product Management, IT, Data Science und Fachbereichen für KI-Anwendungsfälle organisiert ist, von isolierter Domänenarbeit bis zu einer gelebten Austauschkultur.

Quellen

Die DACH-Analyse stammt aus der Masterarbeit von Felix Probst (Universität St.Gallen, 2026), die sich auf Deutschland und die Schweiz konzentriert und in Zusammenarbeit mit Studyond und Teklens entstand. Die europäische Erhebung führten Teklens und readyai.one als Vorstudie für den Swiss AI Monitor durch; Teklens ordnet die Befunde als Herausgeber ein. Vollständige Zitate und Stellenverzeichnis: Methodik & Quellen.

  1. Probst 2026 · Probst, F. (2026). Capturing AI's Potential: How Ready Are Organisations in the DACH Region? Masterarbeit, Universität St.Gallen, in Kooperation mit Teklens. Deutschland und Schweiz, n = 64, Reifeskala 1–5, Selbsteinschätzung, explorativ.Verwendete Stellen: Tabelle 3, Tabelle 4 und Abbildung 4, Tabelle 5 und Abbildung 7, Anhang A, Anhang B
  2. AI Monitor 2026, Europa · Teklens & readyai.one (2026). AI Monitor 2026 – European survey on organisational AI readiness (pre-study for the Swiss AI Monitor), raw export of 19 August 2026. Research partners: ETH Zürich and University of St.Gallen. Internal aggregate, published on teklens.ai/ai-monitor.

Methodik & Quellen

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